Interview Joost Rotteveel

Veröffentlicht am: 2 November 2026 | Aktualisiert am: 2 November 2026
Denise Baths
Joost Rotteveel

Wir stellen vor:
Joost Rotteveel 
Service und niederländische Erfahrung bei JASA Americas

 

Unser Nordholländer in Minnesota

Mehr als sechs Jahre arbeitete Joost Rotteveel zwischen Windkraftanlagen auf der Nordsee. Heute sorgt er von Minnesota aus dafür, dass die Verpackungslinien unserer amerikanischen Kunden zuverlässig laufen. Lernen Sie den Operations and Service Manager von JASA Packaging Solutions Americas kennen: einen Nordholländer, der seine direkte Art mit in die USA genommen hat. Und seine Kroketten.

 

Von Nordholland in die USA

 
Woher kommst du?

„Ich wurde in Heiloo geboren und bin in Limmen aufgewachsen. Was an mir typisch nordholländisch ist? Ich bin nach wie vor direkt und sage offen, was ich denke. Und ich arbeite gern hart, aber der Spaß darf dabei nicht fehlen. Das ist für mich typisch niederländisch.“

 
Wie hat es dich in die USA verschlagen?

„Ich habe für ein niederländisches Unternehmen gearbeitet und war beruflich auf der ganzen Welt unterwegs. Für ein Projekt kam ich nach Minnesota, damals war ich noch Single. Dort habe ich vor über fünf Jahren meine Frau kennengelernt. Im ersten gemeinsamen Jahr haben wir viel von Amerika gesehen, während ich beruflich unterwegs war.“

 

Wann hattest du zum ersten Mal das Gefühl: Jetzt bin ich wirklich in Amerika?

„Bei meinem ersten Einsatz in Clovis, New Mexico, hat mich mein Chef zu Thanksgiving eingeladen. Als Neuankömmling direkt bei einem solchen Familienfest dabei zu sein, war eine tolle Erfahrung.“

 
Was vermisst du an den Niederlanden am meisten?

„Meine Familie und meine Freunde, besonders zur Kirmes und an Weihnachten, wenn ich nicht dabei sein kann. Auf dem Rückflug in die USA habe ich immer ein paar Kilo gereiften niederländischen Käse, Schokostreusel und salzige Lakritze im Koffer. Meine Frau liebt niederländische Mandelküchlein, und Tulpenzwiebeln dürfen in unserem Garten natürlich auch nicht fehlen.“

  

 

Entweder oder

 
Krokette oder Burger?

„Krokette! Ganz klare Entscheidung. Meine amerikanischen Freunde haben schon selbst gemachte niederländische Kroketten probiert – eine typisch niederländische, frittierte Spezialität. Sie sagen immer, ich sollte einen Foodtruck eröffnen.“

 
Fahrrad oder Pick-up?

„Pick-up! Da passt mein Fahrrad hinten rein, wenn ich anspruchsvollere Trails erkunden möchte.“

 
Nordsee oder Lake Superior?

„Die Nordsee. Ich habe mehr als sechs Jahre in der Offshore-Windenergie gearbeitet und immer in Küstennähe gewohnt. Damit fühle ich mich nach wie vor sehr verbunden.“

 
Nordholländischer Wind oder Winter in Minnesota?

„Schwierig. Mit dem Wind in Nordholland komme ich die meiste Zeit des Jahres gut zurecht. Im Winter entscheide ich mich aber für Minnesota. Selbst bei minus 30 Grad und überall Schnee hat das seinen ganz eigenen Reiz.“

 
Fußball oder American Football?

„Natürlich Fußball! Ich habe bis zu meinem 35. Lebensjahr bei VV Limmen gespielt und hatte dabei immer viel Spaß. Inzwischen habe ich auch meinen Stiefsohn dafür begeistert. Ich habe ihn zu einem Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen den Niederlanden und Tunesien mitgenommen.“

 

  

 

Arbeiten bei JASA Americas

 
Was sind deine Aufgaben als Operations and Service Manager?

„Ich bin Ansprechpartner für Kunden, die Fragen zu laufenden Projekten haben. Wenn ein Problem auftritt, sorge ich dafür, dass die richtigen Kollegen eingebunden werden, damit die Anlage möglichst schnell wieder läuft, oder der Kunde zumindest weiß, dass wir uns darum kümmern. Außerdem beschäftige ich mich zunehmend mit dem Ersatzteilgeschäft.“

 
In den Niederlanden ist ein Servicetechniker schnell beim Kunden. Wie organisiert ihr das in einem so großen Land?

„Deshalb planen wir möglichst viele vorbeugende Wartungen und empfehlen unseren Kunden, diese regelmäßig durchführen zu lassen. So lassen sich ungeplante Serviceeinsätze vermeiden. Kommt es dennoch zu einer Störung, unterstützen wir zunächst per Fernwartung beziehungsweise Remote-Support. Falls nötig, schicken wir so schnell wie möglich einen Techniker, um die Stillstandszeiten zu minimieren.“

 
Wie kommt deine niederländische Direktheit bei amerikanischen Kunden an?

„Auf dem amerikanischen Markt ist das sogar ein Vorteil. Kunden hören hier oft vage Versprechen oder allzu optimistische Aussagen. Wenn wir klar kommunizieren, was möglich ist und was nicht, wann etwas fertig wird und welche Kosten entstehen, schaffen wir schneller Vertrauen. Entscheidend ist die Art der Kommunikation. Amerikaner erwarten meist, dass man zunächst die persönliche Beziehung würdigt und positiv ins Gespräch einsteigt, bevor man zur Sache kommt. In der Sache direkt, im Umgang persönlich und freundlich.“

 
Was erwarten amerikanische Kunden anders als europäische?

„Amerikanische Kunden erwarten, dass man bei Problemen Verantwortung übernimmt und sie aktiv durch den Lösungsprozess begleitet. Offene, ehrliche Kommunikation, schnelle Reaktionszeiten und gute Erreichbarkeit sind dabei entscheidend. Sie möchten direkt jemanden erreichen, verbindliche Zeitangaben bekommen und regelmäßig informiert werden – auch wenn es noch keine Lösung gibt. Europäische Kunden versuchen häufig zunächst, das Problem selbst zu beheben, und wenden sich erst danach an den Lieferanten.“

 
Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den Niederlanden bei sieben Stunden Zeitverschiebung?

„Dringende Themen bespreche ich möglichst früh am Morgen direkt mit meinen niederländischen Kollegen. Nachmittags bereite ich ausführliche, klare E-Mails vor, damit ich am nächsten Morgen möglichst schon Antworten habe.“

 
Was war bisher eine besondere Herausforderung bei JASA?

„Schon mein Einstieg bei JASA war anspruchsvoll: Ich musste direkt die Koordination eines großen Kundenprojekts übernehmen. In der entscheidenden Inbetriebnahmewoche wurde uns deutlich, wie stark sich die Zeitverschiebung auswirkt. Wenn ein Kunde hier am Samstagnachmittag Unterstützung braucht, ist es in den Niederlanden bereits Samstagabend. Dann lässt sich schnelle Hilfe nicht immer einfach organisieren. Deshalb haben wir zusätzliche Techniker zum Kunden geschickt und eine WhatsApp-Gruppe mit Technikern und Softwareentwicklern eingerichtet, um schneller reagieren zu können. Dank des Einsatzes aller Kollegen und der guten Vorbereitung im Team haben wir die Situation gemeinsam gemeistert.“

 
Wo siehst du Chancen für JASA in Nordamerika?

„In den USA sehe ich großes Potenzial für verzehrfertige Mahlzeiten zum Mitnehmen, wenn wir es den Verbrauchern so einfach wie möglich machen. Gerade in Großstädten, in denen viele Menschen bewusst auf ihre Gesundheit achten, greifen Kunden eher zu einem fertigen Mahlzeitensalat, wenn er als komplettes, praktisches Produkt angeboten wird. Auch Kanada bietet Chancen. Die dortigen Erzeuger konzentrieren sich zunehmend auf ihren heimischen Markt und sind eher bereit, entsprechend zu investieren.“

 

Vervollständige den Satz

 
Das Schönste an meiner Arbeit ist …

„… unterschiedliche Kunden kennenzulernen und zu sehen, wie sie ihre Produktionslinien möglichst effizient betreiben. Ich arbeite gern mit moderner Technik und schätze den engen Kundenkontakt. Besonders motiviert es mich, die konkreten Herausforderungen eines Kunden zu verstehen und eine passende Lösung dafür zu finden.“

 
Ein Kunde kann mich jederzeit anrufen, wenn …

„… es größere Probleme mit seiner Produktionslinie gibt und er sofort Unterstützung von JASA benötigt. Gemeinsam dafür zu sorgen, dass die Linie in einer schwierigen Situation schnell wieder läuft – genau das gibt mir Energie.“

 

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